Deutscher Gewerkschaftsbund

20.03.2019

Equal Pay Day in Erfurt

EPd

EPD DGB BV

Erfurt, 18. März 2019

„Die Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern scheint in Beton gegossen. Dabei ist klar, was für gleichere Bezahlung getan werden muss“, sagt Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen zum unveränderten Gender Pay Gap. Bundesweit verharrt der geschlechtsspezifische Unterschied in der Bezahlung bei 21 Prozent, in Thüringen liegt die Lohnlücke bei 9 Prozent.

In Ostdeutschland ist die Lohnlücke zwar insgesamt mit 6-9 Prozent um einiges niedriger, als in Westdeutschland, Grund dafür sind jedoch vor allem die allgemein niedrigeren Löhne in der Region. Vor allem Frauen in Thüringen sind mit 55,7 Prozent in Niedriglohnsektoren beschäftigt. Nur durch die Einführung des Mindestlohns 2015 konnte die Entgeltlücke reduziert werden.

Frauen sind außerdem überdurchschnittlich oft von unfreiwilliger Teilzeit und weiteren Formen prekärer Beschäftigung betroffen. In Thüringen arbeitet jede zweite Frau in Teilzeit oder Minijobs.

Die Lohneinbußen und die niedrige Vollerwerbstätigkeit von Frauen ziehen ein direktes Armutsrisiko, gerade für Alleinerziehende und im Alter, nach sich. Thüringen muss die Arbeitsfelder, in denen viele Frauen arbeiten, deutlich besser finanziell ausstatten. Dazu gehören beispielsweise die frühkindliche Bildung, Grundschulen (A13 für alle) und der gesamte Bereich der sozialen Arbeit und Pflege. Die Entgeltlücke ist handfeste Diskriminierung.

Zur Bekämpfung der Entgeltlücke fordert der DGB deutlich mehr Bindung an Tarifverträge – diese gelten in Thüringen für nur 43 Prozent der Beschäftigte, deutlich unter dem Bundesdurchschnitt: „Wo Tarifverträge gelten, ist der Lohnabstand zwischen Frauen und Männern deutlich geringer“, erläutert Rudolph. Gleichzeitig seien die Verdienste insgesamt höher als ohne Tarifvertrag. „Wir brauchen viel mehr Arbeitgeber, die sich in Verhandlung mit den Gewerkschaften an Tarifverträge binden und sich damit auf klare Regeln für die Bezahlung verpflichten. Davon profitieren besonders Frauen. Auch Krankenhäuser, Kita-Träger und Sozialunternehmen müssen in die Puschen und an den Verhandlungstisch kommen, wenn sie Fachkräfte gewinnen und binden wollen.“ Außerdem fordert der DGB, dass Tarifverträge leichter für allgemeinverbindlich erklärt werden können und damit für alle Arbeitgeber der Branche gelten.

 


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