Deutscher Gewerkschaftsbund

Sommertour 2019

19.08.2019

Gute Pflege braucht gute Bedingungen

Sommertour 2019

DGB/Hoeft

Im Rahmen seiner Sommertour „Besser mit Tarifvertrag“ besuchte Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen heute das Uniklinikum Jena. Zu den Gesprächen mit dem Personalrat (Carola Leipner, Vorsitzende des Personalrats (PR), Petra Müller, stellvertretende Vorsitzende des PR, Kristian Müller, Falko Schlunk und Kristina Prast), Philipp Motzke von ver.di sowie dem Vorstand des Klinikums (Dr. Brunhilde Seidel-Kwen, kaufmännischer Vorstand und Sprecherin des Klinikums, Dr. Jens Maschmann, Medizinischer Vorstand, Beate Voigt, stellvertretende Pflegedirektorin und Kathi Fischer-Haasis, Assistenz Dr. Seidel-Kwen), sagt Rudolph:

„In der Krankenpflege herrscht bereits jetzt eine spürbare Personalknappheit. Um diese zu beseitigen, müssen die Pflegeberufe dringend aufgewertet werden. Es reicht nicht aus, immer nur über die Bedeutung und Unerlässlichkeit dieser wichtigen gesellschaftlichen Tätigkeit zu sprechen. Die Arbeit wird wertgeschätzt, sie muss aber auch besser anerkannt werden. Und das bedeutet vor allem, die Bedingungen der Arbeit in der Pflege zu verbessern. Hierfür wurden gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen. Es darf nicht sein, dass diejenigen, die anderen helfen, dadurch selber krank werden.

Viele Pflegekräfte gehen Tag ein Tag aus an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Das macht krank und ist gefährlich für die Patientinnen und Patienten. Ver.di und die Belegschaft kämpfen deshalb für einen Tarifvertrag zur Entlastung am UKJ und erfahren dabei viel Solidarität aus der Bevölkerung. Klar ist aber auch, dass an allen Einrichtungen die Bedingungen verbessert werden müssen.“

Dieser Herausforderung und Verantwortung stellten sich die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft im UKJ, so Rudolph. „Sie wollen verbindliche Regeln, die für mehr Personal auf den Stationen sorgen. Ich hoffe, dass der Arbeitgeber sich bewegt und es bald zu einem guten Abschluss kommt.“

Die Dienstleistung am Menschen müsse dringend aufgewertet werden. Im UKJ herrsche – wie in vielen Krankenhäusern bundesweit – ein Mangel an Pflegepersonal. Das wirke sich auch auf die Beschäftigten aus. Oft müssten sie Zusatzschichten schieben oder würden aus dem freien Tag gerufen. Außerdem gebe es einen regelrechten Kannibalismus um Personal, auch durch umliegende Krankenhäuser.

Rudolph abschließend: „Wichtig ist aber auch, dass die öffentliche Hand ihren Finanzierungsverpflichtungen nachkommt. Die Krankenhäuser brauchen finanziell mehr Luft, um die Bedingungen zu verbessern. Dafür müssen die Bundesländer zwingend die gesetzlich vorgesehen 100 Prozent der Investitionen in Krankenhäusern übernehmen. Geschieht das nicht, muss dieses Geld in den Häusern selbst finanziert werden, es wird aber dringend an anderen Stellen gebraucht.“


Für weitere Fragen steht Hanna Hoeft unter hanna.hoeft@dgb.de zur Verfügung

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