Deutscher Gewerkschaftsbund

17.08.2020

DGB Hessen-Thüringen: Station der Sommertour von Michael Rudolph bei Mercer in Rosenthal und Saalburg-Ebersdorf sowie im Wanderstützpunkt Rennsteig/Frankenwanderweg

Sommertour

DGB/Licht

Frankfurt, 14.08.2020


Seine Sommertour durch Hessen und Thüringen führte den DGB-Bezirksvorsitzenden Michael Rudolph am Freitag, den 14. August, nach Südostthüringen. Im Sägewerk Mercer Timber Products GmbH Friesau traf sich Rudolph mit dem Betriebsrat, der Geschäftsfüh-rung und Vertretern der IG Metall, um über die Entwicklung eines der größten Nadelholzsägewerke weltweit zu sprechen. Seit dem Kauf durch die Mercer-Gruppe 2017 wurde in Zusammenarbeit der Sozialpartner am Standort Friesau Beschäftigung gesichert und aufgebaut. Heute arbeiten hier mehr als 400 Beschäftigte, die durch einen Betriebsrat vertreten und nach einem Haustarifvertrag bezahlt werden. Durch die Investition in ein neues Hobelwerk werden Wertschöpfung in der Region generiert und zukunftsfähige Arbeits-plätze geschaffen. „Die gute Entwicklung und nachhaltige Aufstellung des Unternehmens seit dem Kauf durch die Mercer-Gruppe ist ein Erfolg der lebendigen Sozialpartnerschaft in mitbestimmten und tarifgebundenen Unternehmen. Grundlage für richtig gute Tarifab-schlüsse ist auch bei Mercer ein hoher gewerkschaftlicher Organisationsgrad. Hier und ge-nerell in Thüringen ist da in fast überall Luft nach oben. Daran sollten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer denken“, so Michael Rudolph.


Mit dem Betreiber des Wanderstützpunktes Rennsteig/Frankenwanderweg Ralph Kalich (MdL, DIE LINKE) sprach Rudolph über die Situation von Tourismus und Gastronomie im ländlichen Raum „nach Corona“. Gerade kleine Unternehmen seien durch die Schließun-gen im zweiten Quartal und durch die anschließenden Auflagen massiv betroffen. Zudem weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten darauf hin, dass die Branche am Mangel an Fachkräften und damit an fehlender Qualität touristischer Angebote leide. Nur durch gute Arbeit, also betriebliche Mitbestimmung und Tarifbindung, seien die notwendi-gen Fachkräfte zu gewinnen.


Negativ wirkt sich für die Tourismuswirtschaft die ungenügende Verkehrsinfrastruktur aus. Kalich erläutert, dass die Region um Blankenstein seit 30 Jahren für die Reaktivierung der Höllentalbahn als Verbindung zwischen Ost und West nach Bayern kämpfe. Der DGB setzt sich für mehr Investitionen in die Verkehrswende ein. „Öffentliche Investitionen sind besonders wirksam zur Bekämpfung der coronabedingten Wirtschaftskrise. Außerdem wird der Verkehrssektor ohne den massiven Ausbau der Schienenwege die notwendigen C02-Einsparungen nicht erbringen. Gerade im ländlichen Raum müssen dafür abgehängte Strecken reaktiviert werden“, bekräftigt Rudolph.
Am Nachmittag besuchten Michael Rudolph und der Bezirksleiter der IG BCE Andreas Schmidt die Mercer Zellstoff- und Papierfabrik Rosentahl GmbH und sprachen mit der Ge-schäftsführung und dem Betriebsrat. Die traditionsreiche Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal, kurz ZPR, produziert seit über 130 Jahren Zellstoff, immer noch in Deutschland und mit einer der modernsten Anlagen Europas. Seit 1994 wurden mehr als 400 Millionen Euro investiert und auf das umweltfreundliche Sulfatverfahren umgestellt. Im eigenen Heizkraftwerk wird Öko-Strom produziert.


Der Betriebsrat bestimmt im Unternehmen mit ca. 400 Beschäftigten aktiv mit, für die IG BCE ist die Unternehmensleitung ein fairer Sozialpartner. Die ZPR strebt die Verlagerung von Lieferverkehr auf die Schiene an, um die Umweltbilanz weiter zu verbessern. Damit LKW-Verkehr in Größenordnungen eingespart werden kann, müsste allerdings die Höllentalbahn reaktiviert werden.


„Mercer ZPR ist ein Bespiel, dass die ökologische Transformation mit guter Arbeit und wirt-schaftlichem Erfolg verbunden werden kann. Wichtig dafür ist die Mitbestimmung durch Betriebsräte. Die Politik muss allerdings die Rahmenbedingungen für eine gelingende Ener-gie- und Verkehrswende schaffen. Dabei ist die Reaktivierung der Höllentalbahn eine echte Chance für die Region“, erklärt Michael Rudolph.

 

Anja Peschke
Sekretariat
Struktur-, Bildungs-, Frauen- und
Gleichstellungspolitik


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