Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 07/23 - 29.09.2023

33 Jahre Deutsche Einheit: Lohnmauer einreißen! Das fordern länderübergreifend am 3. Oktober DGB-Kreisverbände im Dreiländereck in Mödlareuth

Tag der Deutschen Einheit

DGB Thüringen

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung genießen die Menschen in Ost und West noch immer nicht die gleichen Lebensverhältnisse. Das zeigt sich deutlich bei den Löhnen der Beschäftigten: Hier gelingt es seit Jahren nicht, die Lohnlücke zu schließen. Das Durchschnittsgehalt liegt derzeit im Landkreis Hof mit 3.165 Euro ca. 500 Euro höher als im angrenzenden Saale-Orla-Kreis mit rund 2.700 Euro und dem Vogtlandkreis mit ebenfalls rund 2.700 Euro. Die Unterschiede setzen sich naturgemäß bei den Renten fort. „Das ist schlicht inakzeptabel“, sagt Mathias Eckardt vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Der Regionsgeschäftsführer für Oberfranken und seine Kollegen Ralf Hron von der DGB-Region Südwestsachsen und Renate Licht von der DGB-Region Thüringen laden deshalb unter dem Motto „Lohnmauer einreißen“ zu einem Treffen der Gewerkschafter aus den drei Ländern ein.

Stattfinden wird es am Dienstag, 3. Oktober, um 10.30 Uhr am Drei-Freistaaten-Stein zwischen Gefell, Feilitzsch und Weischlitz. Hier kommen Mitglieder und Mitstreiter der DGB-Kreisverbände Hochfranken, Lichtenfels, Saale-Orla-Kreis und Vogtlandkreis sowie dem Kreis Saalfeld-Rudolstadt zusammen. Sie fordern „Gute Arbeit – Gute Löhne – Gutes Leben mit Tarif und überall“. Gemeinsam wandern sie nach Mödlareuth, wo um 12 Uhr das Fest „Mödlareuth grenzenlos bunt“ beginnt. Zu den Veranstaltern zählt auch der DGB-Kreisverband Saale-Orla-Kreis. Dessen Vorsitzende Constanze Truschzinski erklärt: „Gute Lebensbedingungen sind die Grundlage dafür, dass sich Menschen eben nicht den Extremen zuwenden.“ Dazu ergänzt Gewerkschaftssekretärin Monika Sossna: „Dazu gehört auch die wirtschaftliche Gerechtigkeit; es kann nicht sein, dass Frauen weniger verdienen als Männer und Menschen im Osten insgesamt weniger als im Westen.“ Schließlich lebten und arbeiteten in ganz Deutschland Menschen mit hervorragender Qualifikation, Fleiß und Sorgfalt.

Besonders deutlich sei der Unterschied hier, an der Nahtstelle der drei Bundesländer. Für Gewerkschaftssekretärin Katja Eberhardt von der DGB-Region Südwestsachsen ist es völlig unverständlich, warum 10 Kilometer Luftlinie einen finanziellen Unterschied von durchschnittlich 500 Euro ausmachen sollten. „Die Arbeit ist auf der einen Seite ja nicht schwerer als auf der anderen.“ Dafür stehe auch die Tatsache, dass die Lohnunterschiede in Thüringen und Sachsen dort kleiner sind, wo es Tarifverträge gibt. Neben höheren Entgelten haben Beschäftigte, die unter einen Tarifvertrag fallen u.a. durchschnittlich mehr Urlaub und müssen weniger Mehrarbeit leisten. Das zeige, welche besondere Bedeutung Tarifverträge und Betriebsräte für Beschäftigte haben. 844 Euro brutto mehr, jeden Monat: Das bekommen Beschäftigte im Schnitt, wenn sie in einem Betrieb mit Tarifvertrag arbeiten.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten ging die Tarifbindung allerdings bundesweit zurück: Laut dem aktuellem Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) profitierten im Jahr 2022 bundesweit nur noch 51 Prozent der Beschäftigten von einem Tarifvertrag – 52 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland, und 45 Prozent der Beschäftigten in Ostdeutschland. Nach einer stabilen Phase in den Jahren 2020 und 2021 ging die Tarifbindung somit im Jahr 2022 weiter zurück (IAB-Betriebspanel, Juli 2023). Nur in einem Viertel aller Betriebe gibt es überhaupt einen Tarifvertrag. „Das müssen wir gemeinsam ändern“, findet die oberfränkische Gewerkschaftssekretärin Tamara Pohl. Das Treffen in Mödlareuth sein ein starkes Signal: „Wir feiern die Wiedervereinigung; wir zeigen Gesicht für ein friedliches, demokratisches und solidarisches Miteinander; und wir fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit.“


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