Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 08/16 - 03.03.2016
Internationaler Frauentag 2016

Gute Arbeit oft eine Frage der Zeit und der Sicherheit

Anlässlich des Internationalen Frauentags am Dienstag, den 8. März kritisieren der DGB Kreisverband Jena/Saaleholzlandkreis und die DGB-Jugend Thüringen die immer noch nicht zufriedenstellende Arbeitsbedingungen, insbesondere bei Frauen. „Oft hängt gute Arbeit aus Sicht der Beschäftigten mit der Arbeitszeit zusammen“ so Christian Patho, der Vorsitzende des DGB Kreisverbandes. Diese entsprechen hinsichtlich der Lage und dem Stundenumfang oft nicht den Interessen der Beschäftigten, das zeigen aktuelle Studien. Gesetzliche Lücken müssen geschlossen werden und Betriebe mehr Arbeitszeitsouveränität für Beschäftigte ermöglichen.

Gerade Frauen hängen oft in der Teilzeitfalle und müssen Nachteile, die sich dann auch in der Rente zeigen, hinnehmen. In Jena arbeiten 60 Prozent der Frauen in klassischer Teilzeit oder Minijobs. Gerade im Bereich der Hochschule, im Handel und in der Gastronomie sehen wir eine Unterbeschäftigung. Oft ist nach vorübergehender freiwilliger Teilzeit, z. B. um Kinder und Haushalt besser unter einen Hut zu bekommen, eine Rückkehr in Vollzeit nicht mehr möglich. Für junge Beschäftigte stellt die mangelnde Altersvorsorge aufgrund von Unterbeschäftigung eine hohe Belastung dar: 60,6% der unter 35jährigen Arbeitstätigen und Auszubildenden geben an, sehr starke oder eher starke Belastung zu verspüren, aus Angst ihre Rente werde nicht oder nur gerade ausreichen. Ein wirksames Mittel dagegen sieht die DGB-Jugend in der Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich.

Ein weiteres Problem stellen für uns befristete Arbeitsverträge dar. Sie kommen dem Wunsch nach klarer beruflicher Zukunft bei Arbeitsaufnahme nicht nach. Junge Beschäftigte sind überdurchschnittlich oft befristet beschäftigt, junge Frauen zwischen 15 und 24 Jahren sind dabei die Bevölkerungsgruppe, die am häufigsten von Befristungen betroffen ist. „Insbesondere jungen Menschen, die noch ganz am Anfang ihres Berufslebens stehen, bleibt Arbeitsplatzsicherheit jahrelang vorenthalten. Da muss man sich nicht wundern, dass viele von ihnen unter Zukunftsängsten leiden.“, sagt Elisabeth Fast, Jugendbildungsreferentin der DGB-Jugend Thüringen. Damit stellt Befristung nicht nur ein Hemmnis für gute Arbeit von jungen Beschäftigten dar, sondern erschwert die Zukunftsplanung und individuelle Lebensgestaltung.

Für eine geschlechtergerechte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben brauchen alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Arbeitszeitsouveränität. Ohne einen gesetzlichen Rahmen lässt sich das nicht verwirklichen. Deswegen setzen Gewerkschaften am internationalen Frauentag 2016 ein Zeichen und fordern:

  • das im Teilzeit- und Befristungsgesetz enthaltene Recht auf Teilzeit auf alle Beschäftigten auszuweiten unabhängig davon, wie groß der Betrieb ist, in dem sie arbeiten.
  • ein Recht auf befristete Teilzeit. Damit Beschäftigte ihre Arbeitszeit nach Bedarf auch wieder aufstocken können und auch Männer sich trauen, in bestimmten Lebensphasen ihre Arbeitszeit zu reduzieren.

·         ein Recht, aus der Teilzeit wieder zurück zu kehren. Wer raus will aus der Teilzeitfalle, soll auch einen gesetzlichen Anspruch darauf haben.

·         Abschaffung der Sachgrundlosen Befristung

·         Eine Begrenzung von Befristungsmöglichkeiten: Das Prinzip der Kettenarbeitsverträge durch mehrere nacheinander folgende Befristungen darf nicht Normalität und ausgenutzt werden.

·         Ein Verbot von Diskriminierung von jungen Beschäftigten durch überproportional häufige Befristungen und die Angleichung der Arbeitsbedingungen auf das Niveau der älteren Beschäftigten

 

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