Deutscher Gewerkschaftsbund

13.01.2015

Mindestlohnaktionstag in Suhl

DGB: Mehr als 17 Prozent der Suhler werden vom Mindestlohn profitieren

 

Ab 1. Januar 2015 gilt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Laut DGB-Berechnungen müssen zurzeit in der Stadt Suhl etwa 1.890 Vollzeitbeschäftigte mit weniger als 8,50 Euro Stundenlohn auskommen (Bruttoverdienst bis zu 1500 Euro/Monat). Das heißt: 17,1 Prozent der insgesamt 11.030 Vollzeitbeschäftigten in Suhl werden von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns profitieren.

Der DGB geht davon aus, dass bei den 3.610 sozialversicherten Teilzeitbeschäftigten in Suhl und insbesondere bei den 3.270 Minijobs, der Anteil derjenigen, die vom Mindestlohn profitieren werden, noch deutlich höher liegt. Regionale Angaben sind jedoch wegen mangelnder statistischer Grundlagen nicht möglich. Landesweit werden etwa zwei Drittel der Minijobberinnen und Minijobber vom Mindestlohn profitieren.

Bundesweit arbeiten deutlich mehr Frauen im Niedriglohnbereich als Männer. Dieser Trend zeigt sich auch in Suhl Während 7,6 Prozent der vollzeitbeschäftigten Männer in Suhl brutto weniger als 1.500 Euro monatlich verdienen, liegt der Anteil der Frauen bei 9,3 Prozent.

Anette Nagel vom DGB-Kreisvorstand Suhl/Zella-Mehlis ist überzeugt, dass der gesetzliche Mindestlohn zu mehr Gerechtigkeit führen wird. „Auch die Akzeptanz bei den Unternehmen wird zunehmen, wenn sie sicher sein können, dass der Mindestlohn auch von der Konkurrenz bezahlt wird“, sagt die Gewerkschafterin. Wichtig sei allerdings eine wirksame Überwachung. „Einige Arbeitgeber versuchen mit allen Tricks den Mindestlohn zu umgehen. Das ist kein Kavaliersdelikt“, so die DGB-Vertreterin. Wer gegen das Mindestlohngesetz verstoße, müsse mit Geldbußen bis zu 500.000 Euro rechnen. Wem der Mindestlohn vorenthalten werde, könne bis zu drei Jahre später Klage einreichen. Kollegin Nagel weist darauf hin, dass tariflich ausgehandelte Branchen-Mindestlöhne ihre Gültigkeit behalten und nicht mit Hinweis auf den gesetzlichen Mindestlohn gekürzt werden können.

Am bundesweiten Aktionstag am 12.01.2015 wird es in den Morgenstunden, hierzu auch im Suhler Industriegebiet/Friedberg vor betroffenen Betrieben Aktionen des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften geben.

Mehr Informationen zum Mindestlohn unter www.mindestlohn.de


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