Deutscher Gewerkschaftsbund

04.09.2013

Veranstaltung "Gute Arbeit - Sichere Rente" in Meiningen

Wir alle haben ein Recht auf gute Arbeit. Mit starken Tarifverträgen, klaren Regeln, beruflichen Perspektiven und gesunden Bedingungen.

Wir brauchen starke Gewerkschaften.

Die Tarifautonomie muss erhalten und die Mitbestimmung weiter ausgebaut werden mit mitgliederstarken Gewerkschaften, die entschlossen und geeint für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eintreten. Denn nur gemeinsam können wir die Beschäftigten stärken und schützen.

Wir müssen Arbeit neu ordnen.

Wir brauchen mehr unbefristete, sozial abgesicherte Arbeitsverhältnisse mit einer Entlohnung, die zum Leben reicht – statt Niedriglöhnen und prekärer Beschäftigung. Denn Arbeit darf nicht länger entwertet werden.

Wir wollen gute Löhne – Für sichere Renten.

Nur wer heute einen guten Lohn erhält, bekommt später auch eine gute Rente. Doch Millionen werden mit Niedriglöhnen und Minijobs abgespeist – und diese Armutslöhne führen direkt in die Altersarmut. Das wollen wir ändern: Wir wollen gute Löhne- Für ein gutes Leben, auch im Alter.

Wir wollen Altersarmut verhindern.

Das Rentenniveau darf nicht weiter sinken. Sonst rutschen auch NormalverdienerInnen in Richtung Altersarmut. Wir müssen das heutige Rentenniveau für die Zukunft erhalten und wir brauchen eine bessere Absicherung für geringverdienende, langzeitarbeitslose und erwerbsgeminderte Menschen.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde diese bestehende Problematik diskutiert.

Pressemitteilung

Unter der Thematik „ Gute Arbeit-Sichere Rente „ führt der DGB-Kreisverband Schmalkalden-Meiningen am 16.09.2013 im Meininger „Schlundhaus„ eine Diskussionsrunde mit den KandidatInnen der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien durch. Beginn der öffentlichen Veranstaltung ist 19.00 Uhr. Ihre Teilnahme haben Iris Gleicke, MdB/ SPD; Simone Maaß, Bündnis 90/Grüne; Jens Petermann, MdB/ Die Linke; Maik Hauptmann, CDU, und Frank Fiedler, FDP, zugesagt.

Der beim DGB Thüringen für Südthüringen und  Arbeitsmarktpolitik zuständige Gewerkschaftssekretär, Thomas Schmidt, erklärt hierzu:

Nach aktuellen Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) muss fast jeder zweite Vollzeitbeschäftigte im Landkreis Schmalkalden-Meiningen künftig mindestens 47 Jahre lang arbeiten, um eine Rente zu bekommen, die knapp oberhalb der Grundsicherung liegt. Diese dramatische Entwicklung hat zwei Gründe: Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen arbeiten 48,6 Prozent der Vollzeitbeschäftigten – 15.293 Menschen – zu einem Lohn unterhalb der bundeseinheitlichen Niedriglohnschwelle von 1.802 Euro im Monat. Zudem soll das Rentenniveau nach den Plänen der Bundesregierung von heute knapp 50 bis auf 43 Prozent sinken.

Altersarmut wird dadurch auch eine Gefahr für Normalverdienende. Die Durchschnittsrente lag im Zugangsjahr 2012 in Thüringen bei nur 664,69 Euro. Wenn das Rentenniveau von 43 Prozent schon heute gelten würde, läge die durchschnittliche Rente nur noch bei rund 571,- Euro.

Eine gefährliche Entwicklung, wie Thomas Schmidt, der im Ehrenamt auch Vorsitzender des DGB Kreisverbandes Schmalkalden-Meiningen ist, feststellt: „Es ist ein Skandal, dass fast jeder Zweite der Vollzeitbeschäftigten im Landkreis Schmalkalden-Meiningen mit Niedriglöhnen abgespeist wird. Genauso unverantwortlich ist die Senkung des Rentenniveaus, weil nicht nur Geringverdienende, sondern auch Normalverdienende dadurch in die Altersarmut abrutschen. Bei einem Rentenniveau von 43 Prozent würde die Durchschnittsrente im Landkreis Schmalkalden-Meiningen deutlich unter der Grundsicherung landen. Ein solcher Sturzflug der Rente kann und muss verhindert werden. Wir brauchen dringend einen Politikwechsel, um eine Welle von Altersarmut zu vermeiden.

Wir fordern deshalb eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt mit einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro und zumindest eine Stabilisierung des Rentenniveaus. Das DGB-Rentenmodell zeigt, dass die Sicherung der Renten finanzierbar ist. Der Rentenbeitrag muss dazu bis zum Jahr 2030 nicht einmal höher steigen, als es vom Gesetzgeber ohnehin geplant ist. Es kommt aber entscheidend darauf an, noch in diesem Jahr die Anhebung des Beitragssatzes zu beschließen und eine Demografie-Reserve aufzubauen. Dafür reichen schon moderate Beitragssteigerungen von jährlich maximal 0,3 Prozentpunkten aus. Durchschnittsverdienende müssen dafür jedes Jahr lediglich 4,05 Euro mehr im Monat aufbringen. Dagegen ist der Plan der Bundesregierung, die Rücklagen der Rentenversicherung aufzulösen, angesichts der älter werdenden Gesellschaft geradezu absurd.

Es ist also nötig und möglich, weitere Rentenkürzungen zu verhindern und die Erwerbsminderungsrente spürbar aufzubessern. Sogar die Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters könnte nach unserem Finanzierungskonzept zumindest ausgesetzt werden. Auch dies ist dringend notwendig, denn im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sind nur 31,9 Prozent der 60- bis 64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.“, so der Gewerkschaftssekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).


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