Deutscher Gewerkschaftsbund

21.09.2017

DGB Kreisverband Gera beteiligt sich am bundesweiten Aktionstag am 15.09.2017

Rentenaktionstag

DGB/Sossna

In Gera droht trotz Vollzeit 12.804 Menschen Armut im Alter

Wenige Tage vor der Bundestagswahl warnt der DGB Kreisverband Gera vor steigender Altersarmut. In Gera verdienten Ende vergangenen Jahres 12.804 Beschäftigte (Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2.500 Euro brutto im Monat, das sind 56% aller Vollzeitbeschäftigten. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ursache für dieses Problem ist das Senken des Rentenniveaus, das im Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken wird. Zählt man die Beschäftigten in Teilzeit und in Minijobs noch hinzu ist die Zahl der Betroffenen deutlich größer, da es für sie deutlich schwieriger ist, ein Einkommen über 2.500 Euro zu erzielen.

„Wir brauchen als Allererstes eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 48 Prozent.“, sagt Thomas Elstner, Vorsitzender des Kreisverbandes. „In einem weiteren Schritt muss das Rentenniveau wieder angehoben werden – etwa auf 50 Prozent. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen.“

Nach geltendem Recht soll das sinkende Rentenniveau durch private Altersvorsorge ausgeglichen werden. Thomas Elstner sieht das kritisch: „ Aus den letzten 15 Jahre wissen wir: Riester ist gescheitert. Deshalb brauchen wir einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Das Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, es muss jetzt gehandelt werden. Es ist eine der großen Zukunftsfragen, wie wir die gesetzliche Rente aufstellen. Die DGB-Gewerkschaften haben klare Anforderungen an die Rentenpolitik formuliert und damit auch die Kandidatinnen und Kandidaten für den Deutschen Bundestag aus dem Wahlkreis 194 konfrontiert. Nach der Wahl werden wir die Parteien dann an ihren Aussagen messen.“

Am Freitag, den 15.09. beteiligt sich der DGB Kreisverband Gera am zweiten bundesweiten, dezentralen Renten-Aktionstag des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften. Unter dem Motto „Handeln statt Aussitzen! – Gute Rente ist kein Thema für die lange Bank“ veranstaltet der DGB Gera zwischen 17 Uhr und 19 Uhr eine Aktion in der Bachgasse vor dem Stadtmuseum, mit der auf Handlungsbedarfe öffentlichkeitswirksam aufmerksam gemacht werden soll.