Deutscher Gewerkschaftsbund

21.09.2016

DGB begeht in Bad Salzungen „Tag der Opfer des Faschismus“

Kranzniederlegung

Schülerinnen des Bad Salzunger Gymnasiums tragen ihre Gedanken zum NS-Völkermord vor DGB/Langhammer

Gemeinsam mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten sowie den Parteien Die Linke und SPD begeht der DGB Wartburgkreis-Eisenach jedes Jahr am zweiten Sonntag im September den „Tag der Opfer“ (OdF) des Faschismus. Am „OdF-Tag“ wird der Menschen, die im Widerstand gegen den Faschismus ermordet wurden, gedacht und sie werden geehrt. Zudem dient der Tag der Mahnung, durch aktiven Antifaschismus Lehren aus den einzigartigen Verbrechen des Nationalsozialismus zu ziehen.

Kranzniederlegung

Jürgen und Cornelia Putzke legen das Gesteck des DGB Kreisverbandes nieder. DGB/Langhammer

 

Der DGB-Kreisvorsitzende, Jürgen Putzke, eröffnete die nachdenkliche Feierstunde am sonnigen Vormittag des 11. Septembers.  Im Anschluss an seine Worte beschrieben vier Schülerinnen des Bad Salzunger Gymnasiums ihren Zugang zur Erinnerung an die Nazi-Verbrechen. Die jungen Frauen gaben einen empathischen und persönlichen Einblick in die Situation der Opfer.  

Dass die Geschichte mahne und zum Handeln aufrufe, betonte der Hauptredner Steffen Dittes, stellvertretender Vorsitzender der Partei Die Linke.Thüringen. Es sei üblich, ausgedrückt etwa durch den Totensonntag, den Gegensatz zwischen Opfern und Tätern einzuebnen. Die historische Schuld der Nazis, die Völkermord und Krieg zu verantworten hatten, werde verwischt und damit die Analyse von Demokratiegefährdungen erschwert. Darauf mache gerade der „OdF-Tag“ aufmerksam, denn er richte den Blick auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse, die den Faschismus ermöglichten. Die klare Benennung von Tätern und Opfern zeige, dass konkrete Menschen in einer konkreten historischen Situation die Nazi-Verbrechen begangen und begünstigt hätten. Aus der Analyse der gesellschaftlichen Grundlagen des Faschismusergebe sich die Frage, wann es Zeit sei, die „Reißleine“ zu ziehen.

Kranzniederlegung

Steffen Dittes hält die Hauptrede DGB/Langhammer

Wer die politische Verhältnisse beobachte, müsse jetzt intervenieren. Um mit Erich Kästner zu sprechen: „Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf.“ In diesem Sinne rief Dittes die Anwesenden auf, aktiv zu werden, denn in den Parlamenten und auf der Straße erstarke mit der AfD eine offen rassistische und gegen die Grundrechte gerichtete politische Kraft.

Im Anschluss an die Reden legten die Partei Die Linke, der Sozialverband VdK und der DGB-Kreisverband Wartburgkreis/Eisenach Blumen nieder