Deutscher Gewerkschaftsbund

05.05.2017

1. Mai in Eisenach und Bad Salzungen 2017

Unter dem Motto des Jahres „Wir sind viele. Wir sind eins!“, fanden sich bei schönen Wetter ca. 500 Menschen in Eisenach und Bad Salzungen zusammen, um den 1. Mai mit Demonstration und Kundgebungen zu begehen.

1. Mai Eisenach

Der stellvertretende Kreisvorsitzende, Michael Lemm, eröffnet die Kundgebung in Eisenach. DGB

Die gewerkschaftliche Hauptrede bestritt Kai Christ, Vorsitzender der Thüringer Gewerkschaft der Polizei. Er betonte die Gemeinsamkeit der Kolleginnen und Kollegen aller DGB-Gewerkschaften, egal welcher Branche sie angehörten. Die Gewerkschaftsbewegung habe viele Errungenschaften gemeinsam erkämpft – den 1. Mai als Feiertag, aber lange nicht nur den. Umso bedenklicher sei es, dass die Gewerkschaften in vielen Unternehmen auf dem Rückzug seien, was sich an sinkender Tarifbindung und weniger Betriebsräten zeige mache. Ohne Tarifbindung seien die Belegschaften aber auf Gedeih und Verderb den Entscheidungen der Firmen über Entgelte und Arbeitsbedingungen ausgeliefert. Neben den Tarifpartnern sei dabei die Politik gefordert, öffentliche Aufträge konsequent an tarifgebundene Unternehmen zu vergeben. Auch die Novellierung des Thüringer Personalvertretungsrechtes müsse genutzt werden, um in Thüringen innovative Beschäftigtenvertretungsrechte im öffentlichen Dienst zu schaffen. Eine starke Jugend- und Auszubildendenvertretung sei extrem wichtig für ein attraktives Ausbildungsverhältnis, denn Auszubildende wöllten und müssten bei der Gestaltung ihrer Ausbildungsbedingungen und späteren Arbeitsbedingungen mitbestimmen.

Das Thema Arbeitszeit bleibe eine riesige Herausforderung. In Thüringen gebe es junge Polizistinnen und Polizisten, die im Jahr 2016 lediglich ein komplett freies Wochenende hatten und in Deutschland würden jedes Jahres ca. 2 Milliarden Überstunden geleistet. Da die Hälfte davon nicht einmal bezahlt werde, schenkten Beschäftigte den Arbeitgebern einfach mal so ca. 19 Milliarden Euro. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf -  genau in der Reihenfolge – müsse von den Arbeitgebern endlich ernst genommen werden. Mehr Zeit für Kinder, mehr Zeit für die Möglichkeit Familienangehörige zu Hause zu pflegen, mehr Zeit für Freunde und Vereinstätigkeit und nicht zuletzt mehr Zeit auch für gewerkschaftliches und politisches Engagement, das seien die Forderungen der Gewerkschaften und des DGB, so Christ. Auf der anderen Seite würden über eine Million teilzeitbeschäftigte Frauen und rund 420.000 teilzeitbeschäftigte Männer gerne mehr arbeiten. Ihnen würden aber oft nur halbe Stellen angeboten, wie derzeit in den Thüringer Grundschulhorten -ein Skandal! Genau so sei auch die Tatsache zu bewerten, dass Frauen in Deutschland etwa 21% weniger Gehalt als Männer beziehen.

1. Mai 2017 Eisenach

Mairedner Kai Christ, Vorsitzender der GdP Thüringen DGB

Kai Christ bekräftige die DGB-Forderung, das Rentenniveau sofort bei 48% zu stabilisieren und in einen weiteren Schritt auf 50% anzuheben, denn ein sinkendes Rentenniveau und ein steigendes Renteneintrittsalter seien nichts anders als Rentenkürzungen. Nur so sei  flächendeckende Altersarmut zu verhindern. Natürlich müssten dafür auch prekäre Arbeitsverhältnisse bekämpft und vor allem müsse die Missachtung des Mindestlohnes rigoros verfolgt sowie zu Gunsten der betrogenen ArbeitnehmerInnen bestraft werden. Der Mindestlohn habe schließlich auf ein Niveau zu steigen, das eine Rente sichere, die vor sozialem Abstieg und Altersarmut schütze.

 

1. Mai 2017

Heike Werner, Thüringer Arbeits- und Sozialministerin DGB

Er berichtete auch aus seiner Erfahrung als Polizist in Eisenach. Der Grund der damaligen Polizeieinsätze habe nicht selten Patrick Wieschke geheißen. Daher wisse er ganue, dass die NPD nur rechten Unsinn rede. Ihm fehle auch jedes Verständnis für diejenigen, die als Teilnehmer und nicht als Gegendemonstranten zu einem Aufzug der AfD gingen „Ich sage euch heute hier: Es gibt nur einen Unterschied zwischen AfD Thüringen und NPD Thüringen, die einen haben es Landtag geschafft.“ Rechtpopulistisches Gedankengut gehöre nicht in ein demokratisch agierendes Parlament. Christ rief die ZuhörerInnen abschließend auf, im September wählen zu gehen und dort das Zeichen zu setzen, wo Demokratie, Menschlichkeit und friedliches Miteinander einen Platz haben.

Nach Christ sprach in Eisenach die Thüringer Arbeits- und Sozialministerin Heike Werner, die sich zu den vorgetragenen gewerkschaftlichen Forderungen bekannte und Gute Arbeit sowie Gute Rente in Thüringen durchzusetzen als ihr Ziel und das der Thüringer Landesregierung benannte.


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