Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 17/15 - 24.07.2015

DGB: Beschäftigungschancen für Langzeitarbeitslose in Gotha immer schlechter

Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ist und bleibt die größte arbeitsmarktpolitische Herausforderung im Kreis Gotha, betont der DGB Kreisvorsitzende Olaf Kämpfer. Während sich die Zahl der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger insgesamt von 2010 bis 2013 verringert hat, nahm die Zahl der langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Leistungsberechtigten von 1564 auf 1706 Personen bzw. um 8,3 Prozent zu. Wenn man noch genauer hinsieht, zeigt sich, wie schlecht die Beschäftigungschancen Langzeitarbeitsloser tatsächlich sind.

Im Jahr 2013 haben insgesamt 1.992 arbeitslose Hartz-IV-Empfänger in Gotha wieder eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden, darunter aber nur 291 Langzeitarbeitslose. Die Eingliederungschancen der langjährig arbeitslosen Menschen waren damit erheblich schlechter (17%) als die derer, die weniger als ein Jahr arbeitslos waren (51,6%).

Sie verringern sich entgegen des Arbeitsmarkttrends immer weiter. So ist die Zahl der langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfänger, die einen neuen Job fanden, zwischen 2010 und 2013 um ganze 38,5% zurückgegangen.* „Das ist erschütternd“, schätzt Olaf Kämpfer ein. „Die Erfolge des Hartz-IV-Systems bei der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen sind mehr als bescheiden und in den letzten Jahren sogar abgenommen“. Zudem seien die Jobs, die Langzeiterwerbslose finden, oft instabil sind und enden schnell wieder.

Deswegen fordert der DGB, dem Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit größte Priorität einzuräumen und vor allem die nachhaltige, möglichst stabile Integration in die Arbeitswelt in den Mittelpunkt der Aktivitäten der Jobcenter zu rücken. Ausgebaut werden sollte die nachgehende Begleitung von Langzeitarbeitslosen nach erfolgreicher Vermittlung. Auch höherwertige und wirklich qualifizierende Weiterbildung müsse verstärkt angeboten und durch finanzielle Anreize für Weiterbildungsteilnehmer begleitet werden. Bund und Land sind außerdem gefragt, langfristiges Handeln der Jobcenter stärker zu honorieren als kurzfristige Erfolge und dafür auch entsprechende Mittel bereitzustellen.

*Im Jahr 2010 waren 12,2% (524 Personen) der arbeitslosen Hartz-IV-Leistungsberechtigten( insgesamt 4303), die eine Erwerbstätigkeit aufnehmen konnten, zuvor langzeitarbeitslos. In 2013 waren nur noch 7,5% (oder 291 Personen) der Leistungsberechtigten (3864) vor Arbeitsaufnahme langzeitarbeitslos. Das entspricht einem Rückgang der Eingliederungschance um 38,5%. Quelle: Sonderauswertung der BA-Statistik des DGB.

 


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