Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 05/18 - 03.01.2018

In Weimar droht 40 Prozent der Beschäftigten im Alter Armut

Torsten Lerche erwartet von künftiger Bundesregierung, schnell zu handeln

Zum Jahreswechsel warnt der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Weimar/Weimarer Land vor steigender Altersarmut. In Weimar verdienten Ende vergangenen Jahres 6.030 Beschäftigte (Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2.500 Euro brutto im Monat. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Das gilt nach aktuellem Rentenrecht, wonach das Rentenniveaus bis zum Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken wird.

Tosten Lerche mahnt die im Bundestag vertretenden Parteien, an ihre Zusagen von vor der Wahl zu denken: „Das Rentenniveau darf nicht weiter absinken, sondern muss bei aktuell 48 Prozent stabilisiert und dann wieder auf 50 Prozent angehoben werden. Schließlich muss die Rente endlich wieder Schritt halten mit der Entwicklung der Löhne. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen.“

Nach geltendem Recht soll das sinkende Rentenniveau durch private Altersvorsorge ausgeglichen werden. Inzwischen sei aber deutlich geworden, dass das nicht funktioniere und Riester gescheitert sei. Um Altersarmut zu bekämpfen, müsse ein Kurswechsel in der Rentenpolitik eingeleitet werden. „Die gesetzliche Rente armutsfest zu machen, ist eine der wesentlichen Aufgaben jeder künftigen Bundesregierung. Eine Bundesregierung, die die Altersarmut nicht angeht, von der nach heutigen Zahlen 40% der Weimarer Beschäftigten bedroht sind, kann man sich sparen“, so Torsten Lerche.

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