Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 01/18 - 03.01.2018

Dank gesetzlichen Mindestlohns mehr Einkommen und mehr Jobs im Weimarer Land

Torsten Lerche zur Lage am Arbeitsmarkt drei Jahre nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohns

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Weimar/Weimarer Land, Torsten Lerche, zieht mit Blick auf eine aktuelle DGB-Auswertung zur Wirkung des Mindestlohns positive Bilanz: „In Thüringen hat ca. ein Drittel der Beschäftigten direkt vom gesetzlichen Mindestlohn profitiert, die im Vorfeld von der Arbeitgeberseite prognostizierten Arbeitsplatzverluste sind dagegen nicht eingetreten. Im Weimarer Land haben seit Anfang 2015 die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse um 3,8% zugenommen, während die für die Beschäftigten nachteiligen Minijobs um 1,6% abgenommen haben. Die Menschen hatten mit der Einführung des Mindestlohns mehr in der Tasche, dadurch ist die Binnennachfrage gestiegen und hat zur guten wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen.“

Das zeige sich gut am Aufschwung des Gastgewerbes, dessen Verbände besonders laut vor dem Mindestlohn gewarnt hatten. In Wahrheit ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Gastgewerbe im Weimarer Land in den letzten drei Jahren um 15,8% gestiegen, die der Minijobs um 9,3%. Gerade in den Branchen, in denen vor 2015 Wettbewerb vor allem über Lohndumping ausgetragen wurde, hat die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns den Beschäftigten überdurchschnittlich geholfen. So konnten die An- und Ungelernten im ostdeutschen Gastgewerbe seitdem ein Lohnplus von 16% verzeichnen.

Der stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende, Bernd Unbescheid, Mitglied der IG Bauen-Agrar-Umwelt, ergänzt: „Die besten Regelungen nutzen nichts, wenn ihre Einhaltung nicht kontrolliert werden kann. Die zuständige Finanzkontrolle Schwarzarbeit muss personell gestärkt werden, außerdem müssen Einfallstore für Manipulationen bei den Aufzeichnungen geschlossen werden. Wenn Arbeitgeber, aber auch PolitikerInnen, an der Stelle gegen übermäßige Bürokratie wettern, zeigen sie, dass sie offenbar kein Interesse an der korrekten Durchsetzung des Mindestlohns haben.“

„Der Mindestlohn ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte“, resümiert Lerche. „Ich erwarte für 2018, dass der Mindestlohn auf ein wirklich existenzsicherndes Niveau erhöht wird und dann auch für eine gute gesetzliche Rente ausreicht.“

 

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