Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 05/17 - 11.01.2017

DGB wirbt mit Straßenbahn für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik

Rentenstraßenbahn

DGB/Licht

„Rente muss reichen. Kurswechsel: Die gesetzliche Rente stärken! “Mit diesem Slogan beklebt fährt seit dem 29. Dezember eine Straßenbahn für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) durch Erfurt. Die Bahn ist Teil der bundesweiten Rentenkampagne des DGB mit der ein Kurswechsel in der Rentenpolitik gefordert wird. Dr. Carl-Christian Dressel, Vorsitzender des DGB Stadtverbandes Erfurt sagt: „Wir wollen die gesetzliche Rente stärken. Das Rentenniveau muss stabilisiert und im weiteren Schritt angehoben werden. Die Politik muss jetzt die Weichen für einen Kurswechsel in der Rentenversicherung stellen, weg von einem statischen Beitragsversprechen, hin zu einem Leistungsversprechen. Rente muss zum Leben reichen. Die Rentenreformen der vergangenen 20 Jahre haben die derzeitigen Probleme geschaffen und das Vertrauen in die gesetzliche Rente weitgehend vernichtet. Wir Gewerkschaften werden für eine zukunftssichere Rente kämpfen.“

Sandro Witt, stellvertretender Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen erklärt: „Immer mehr Menschen werden in Zukunft nicht von ihrer Rente leben können. Die beschlossene Absenkung des Rentenniveaus, die Teilprivatisierung der Altersvorsorge durch die Riester-Rente, die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die Zunahme von prekärer Beschäftigung – Deutschland hat nach Litauen den größten Niedriglohnsektor - und die gestiegene Zahl von Brüchen in der Erwerbsbiographie führen in Zukunft verstärkt zu Altersarmut!“

Nach Auffassung der Gewerkschaften muss das Rentenniveau schrittweise wieder auf 50 Prozent angehoben werden. Über sogenannte Mindestentgeltpunkte sollen Menschen mit geringem Einkommen besonders gefördert werden. Außerdem müsse es flexiblere, sozial abgesicherte Übergänge vom Erwerbsleben in die Rente geben, beispielsweise Teilrenten. Im Gegenzug sprechen sich Gewerkschaften dafür aus, versicherungsfremde Leistungen, zum Beispiel die sogenannte Mütterrente, über Steuern zu finanzieren und den Rentenbeitragssatz um 0,3 Prozent jährlich bis zum Maximalsatz von 22 Prozent zu erhöhen.

Die Kampagne des DGB wird bis zur Bundestagswahl und darüberhinaus gehen und es wird Veranstaltungen in allen Kreisen mit Politiker*innen und Expert*innen geben. Bereits heue ist für den 31. Mai eine Aktion zum Verteilen von Infomaterialien an Bahnhöfen und öffentliche Plätzen sowie eine Lesereise mit Holger Balodis zum Thema Rente geplant.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Sandro Witt, Mobil: 0151 148060 84

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Rentenkampagne des DGB in Thüringen startet

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