Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 12/16 - 18.03.2016
Frauen in Thüringen verdienen 8 Prozent weniger als Männer

Zum Equal Pay Day fordern die DGB-Frauen ein „RECHT auf Mehr!“

Frauen in Thüringen verdienen durchschnittlich 8 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen „Damit liegt Thüringen zwar unter dem Bundesschnitt von 21 Prozent, aber das liegt in erster Linie daran, dass auch das Einkommen der Männer in Thüringen weit unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Schaut man sich den Einkommensunterschied zwischen Frauen in Thüringen und Männern in den Altbundesländern an, so erkennt man ein Minus von 46 Prozent.“ sagte die DGB-Regionsgeschäftsführerin Renate Licht am 18.03.2016 in Erfurt. „Wir fordern nicht nur am Equal Pay Day ‚Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“, so Licht.

 

Licht forderte die Arbeitgeber auf, sich an bestehende Tarifverträge bzw. den gesetzlichen Mindestlohn als Lohnuntergrenze zu halten: „Das hilft insbesondere Frauen, weil sie häufig zu Dumpinglöhnen arbeiten müssen.“ Darüber hinaus müssten Minijobs reformiert werden, so die DGB-Regionsgeschäftsführerin: „…am besten mit sozialer Absicherung vom ersten Euro an. Auch so elementare Rechte wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bezahlter Urlaub dürfen Minijobberinnen nicht länger vorenthalten werden.“

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack setzt sich auf Bundesebene dafür ein, die Lohnlücke zu schließen: „Die riesige Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland ist ein Skandal. Ihr Ausmaß übersteigt fast alle anderen EU-Staaten. Trotzdem reagieren hierzulande die politisch Verantwortlichen nur zögerlich, wenn überhaupt. Die Einführung des Mindestlohns war ein wichtiger Schritt, aber das kann nicht alles sein. Die Bundesregierung muss endlich das Lohngerechtigkeitsgesetz von Frauenministerin Schwesig auf den Weg bringen. Es würde Frauen wirksam vor Entgeltdiskriminierung schützen. Wir unterstützen auch Arbeitsministerin Nahles in ihrem Anliegen, einen Rechtsanspruch auf befristete Teilzeitarbeit zu schaffen. Das würde vielen Frauen helfen, nach einer familienbedingt reduzierten Arbeitszeit ihr Stundenvolumen wieder aufstocken zu können.“

 

 

Hintergrund:
Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um rechnerisch auf das durchschnittliche Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen – in diesem Jahr ist das der 19. März (berechnet nach den Zahlen vom Vorjahr). Nach neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes besteht eine geschlechtsspezifische Entgeltlücke von durchschnittlich 21 Prozent, die in verschiedenen Branchen und im ländlichen Raum noch weit größer ist.

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