Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 30/17 - 05.10.2017

In Jena droht trotz Vollzeit 13.035 Menschen Armut im Alter, im SHK 11.627

Wenige Tage vor der Bundestagswahl warnt der DGB Kreisverband Jena-SHK vor steigender Altersarmut. In Jena verdienten Ende vergangenen Jahres 13.035 Beschäftigte (Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2.500 Euro brutto im Monat und im Saale-Holzland-Kreis 11.627 Menschen. Das sind in Jena 36 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten und im Saaleholzlandkreis 62 Prozent. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ursache für dieses Problem ist das Absenken des Rentenniveaus, das im Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken wird. Zählt man die Beschäftigten in Teilzeit und in Minijobs noch hinzu ist die Zahl der Betroffenen deutlich größer, da es für sie deutlich schwieriger ist, ein Einkommen über 2.500 Euro zu erzielen.

„Um Altersarmut wirksam etwas entgegenzusetzen, muss die künftige Bundesregierung als Allererstes eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 48 Prozent beschließen. Die Rente muss endlich wieder Schritt halten mit der Entwicklung der Löhne“, sagt Christian Patho, Vorsitzender des Kreisverbandes. „In einem weiteren Schritt muss das Rentenniveau wieder angehoben werden – etwa auf mindestens 50 Prozent.

Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen.“

Nach geltendem Recht soll das sinkende Rentenniveau durch private Altersvorsorge ausgeglichen werden. Christian Patho sieht das kritisch: „ Aus den letzten 15 Jahre wissen wir: Riester ist gescheitert. Deshalb brauchen wir einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Das Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, es muss jetzt gehandelt werden. Es ist eine der großen Zukunftsfragen, wie wir die gesetzliche Rente aufstellen. Die DGB-Gewerkschaften haben klare Anforderungen an die Rentenpolitik formuliert und konfrontieren damit die Kandidatinnen und Kandidaten für den Deutschen Bundestag aus dem Wahlkreis 191.

 

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