Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 15/16 - 15.08.2016

DGB Sömmerda: Leiharbeit und Werkverträge müssen reguliert werden

Gesetzentwurf der Bundesregierung ist löchrig und lässt Missbrauch zu

Peter Hintermeier findet grundsätzlich gut, dass das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Neuregelung von Leiharbeit und Werkverträgen beschlossen hat. Im Parlament müsse er aber verbessert werden.

Als DGB-Kreisvorsitzender und Mitglied der Tarifkommission Leiharbeit des IG Metall Bezirk Mitte weiß Hintermeier, wovon er spricht. „Ich kenne in Thüringen Unternehmen mit fünf verschiedenen Beschäftigtengruppen. Das sind die Stammarbeitskräfte, Leiharbeitnehmer im Stammbetrieb, Beschäftigte, die in ausgegliederten sogenannten Serviceunternehmen angestellt sind, vom Serviceunternehmen ausgeliehene Leiharbeiter und dann noch Werkverträgler, die bei den verschiedenen Unternehmen, die alle in einem Betrieb arbeiten, Aufträge ausführen. Das ist ein großes Durcheinander, denn für alle Gruppen gelten unterschiedlichen Regelungen, bspw. bei Entlohnung, Arbeitszeit und Urlaub. So werden Kolleginnen und Kollegen gegeneinander ausgespielt, Solidarität behindert und die betriebliche Interessendurchsetzung für alle geschwächt.“.

Hintermeier fordert, dass Leiharbeit und Werkverträge nur bei Auftragsspitzen bzw. bei speziellen, in sich abgeschlossenen Werken eingesetzt werden dürfen. Niemals dürften Leiharbeitnehmerinnen und –arbeitnehmer zum Streikbruch eingesetzt werden. Wichtig sei auch, die Abgrenzung zwischen Werkverträgen und Beschäftigungsverhältnissen ganz klar anhand von konkreten Kriterien gesetzlich zu regeln. Die Höchstdauer für Leiharbeit müsse für den jeweiligen Arbeitsplatz gelten, sonst würden zur Umgehung immer wieder andere Leiharbeitsbeschäftigte auf demselben Arbeitsplatz eingesetzt. Die geplanten neun Monate bis zum Equal Pay seien auch zu lang, weswegen dann zumindest Arbeitszeiten in verschiedenen Entleihbetrieben zusammengerechnet werden müssten.

Hintermeier fordert zudem, dass Betriebsräte Mitbestimmungs- statt nur Informationsrechte beim Einsatz von Fremdpersonal in ihrem Betrieb erhalten. „Wenn das Gesetz so viele Umgehungsmöglichkeiten lässt wie im Entwurf, werden Leiharbeits- und Werkvertragsbeschäftigte weiterhin für Lohn- und Sozialdumping missbraucht“, meint Hintermeier. „Ich appelliere an die lokalen Bundestagsabgeordneten, gerade strukturschwache und gering entlohnte Gebiete nicht zu vergessen. Machen Sie sich im Bundestag stark für ein wirksames Gesetz. Ich stehe Ihnen für Gespräche dazu zur Verfügung.“


Nach oben

Reichtumsuhr Deutschland

Ein Projekt des DGB Hessen-Thüringen & ver.di Hessen

 

Informationen zur Reichtumsuhr hier 

Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt Pressestelle

Sandro Witt

DGB

Ansprechpartner für die Presse in Thüringen

Sandro Witt
Stellvertr. Bezirksvorsitzender DGB Hessen-Thüringen
Schillerstraße 44
99096 Erfurt
Telefon: 0361 5961-400
Telefax: 0361 5961-444
E-Mail: sandro.witt@dgb.de

Hanna Hoeft

Hanna Hoeft

Verantwortlich für die Presse im DGB Hessen-Thüringen:

DGB Hessen-Thüringen
Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Hanna Hoeft
Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77
60329 Frankfurt/Main

Telefon: 069 273005-52
Telefax: 069 273005-55
E-Mail:

 

Nach oben