Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 06/17 - 19.01.2017

„Wir gewöhnen uns nicht an Menschenfeindlichkeit und Rechtspopulismus“

Holocaust-Gedenken dient der Erinnerung und der Mahnung zur Wachsamkeit

Erfurt.  Die Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements in Thüringen für Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und eine demokratische Gesellschaft ist der Schwerpunkt der Arbeit des Bündnisses „Mitmenschlich in Thüringen“ in diesem Jahr.  „Wir gewöhnen uns nicht an Menschenfeindlichkeit und Rechtspopulismus“, unterstrich Landessprecher Sandro Witt im Vorfeld des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar.

Der 27. Januar ist ein Tag der Erinnerung und der Mahnung. Er mahnt zur Wachsamkeit gegenüber neuerlichem Antisemitismus, Rassismus, Fremdenhass und Nationalismus. „Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte stehen wir alle in der Verantwortung, uns gegen Gewalt, Hetze und Ausgrenzung zu wenden und uns der Gefährdungen bewusst zu werden, denen unsere Demokratie ausgesetzt ist“, erklärt Landessprecher Hartmut Kaczmarek.

Klar und deutlich stellt sich das Bündnis an die Seite der jüdischen Gemeinden, die sich gegen jede Relativierung des einzigartigen Verbrechens des Holocaust durch Rechtspopulisten wehren.  Das Holocaust-Denkmal in Berlin ist ein notwendiges und eindrucksvolles Zeichen der Erinnerung und eine dringend notwendige Mahnung an die heute Lebenden, erklärt der Verein „Mitmenschlich in Thüringen“.  Die von Rechtspopulisten immer massiver vorgetragene Forderung nach einem Umschreiben der deutschen Geschichte zeige, wie notwendig gerade in diesem Jahr der Bundestagswahl die Erinnerung an den Holocaust ist.

Das Bündnis erinnert daran, dass die vergangenen Monate durch Übergriffe auf anders Aussehende, Flüchtlingsunterkünfte und fremdenfeindliche Demonstrationen geprägt gewesen seien. Opferberatungsstellen berichteten über die zunehmende Gewaltbereitschaft extrem Rechter. Fremdenfeindliche Positionen seien auch in Thüringen bei großen Teilen der Bevölkerung akzeptiert, wie der aktuelle Thüringen-Monitor zeige. 

Dem stehe jedoch auch weiterhin eine große Hilfsbereitschaft gegenüber Schutzsuchenden gegenüber. Menschen, die sich für Andere engagieren, möchten die Bündnispartner ausdrücklich stärken: „Es gibt weiterhin großen Handlungsbedarf seitens des Bündnisses Mitmenschlich in Thüringen. Für eine menschliche, weltoffene und demokratische Gesellschaft ist nicht allein der Staat, sondern sind wir alle verantwortlich“, so Bündnis-Sprecherin Tabea Schwarzkopf.

Im Jahr 2017 plant das Bündnis eine Wanderausstellung mit den Porträts Geflüchteter, die im März in Erfurt eröffnet werde. „Wir sind sicher, dass Begegnungen und gegenseitiges Kennenlernen Vorbehalte abbauen und damit auch eine Versachlichung der aktuellen Sicherheitsdebatte ermöglichen“, so Schwarzkopf.  Außerdem unterstützt das Bündnis die Arbeit regionaler Initiativen, beispielsweise in Hildburghausen und Kahla.

Entschieden setzt sich das Bündnis auch für das Grundrecht auf Religionsfreiheit ein. „Das gilt auch für die Ahmadiyya-Gemeinde, die plant, eine Moschee in Erfurt zu bauen, denn es ist für uns selbstverständlich, die Grundrechte aller Menschen zu achten.“, erklärt Sandro Witt anschließend.

Das Bündnis hat zur Unterstützung seiner Arbeit ein Spendenkonto eingerichtet:

Konto 163084262, IBAN: DE88 8205 1000 0163 0842 62, BIC: HELADEF1WEM

Außerdem informiert das Bündnis über seine Aktivitäten unter:

www.mitmenschlich-in-thueringen.de

Twitter: #mitmenschlich

www.facebook.com/Mitmenschlich