Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 05/16 - 19.02.2016

Neuer DGB-Stadtvorstand unterstützt Aufruf zu Demonstration am 24. Februar in Erfurt

Der Erfurter Stadtverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes ruft unter neuer Leitung die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Teilnahme an der Demonstration am 24. Februar 2016 in Erfurt auf, die sich in erster Linie gegen die am gleichen Abend stattfindende Kundgebung der AfD richtet. „Die AfD steht für ein offen fremdenfeindliches, nationalistisches und rassistisches Weltbild“, begründet der neue stellvertretende Vorsitzende, der 30 jährige Patrick Steigleder (Industriegewerkschaft Metall), diese Unterstützung. Der neue Vorsitzende, der 45-jährige Jurist Dr. Carl-Christian Dressel (Gewerkschaft ver.di), wies ergänzend auf die marktradikale Ausrichtung dieser Partei hin. „Wenn es nach ihr ginge, würde der Spitzensteuersatz weiter gesenkt und der Staat auf ein Minimum reduziert werden. Außerdem hat sie sich klar gegen den Mindestlohn positioniert und spricht sich damit für eine Ausweitung des Niedriglohnsektors aus.“ Zudem stehe sie für eine Hochsetzung des Rentenalters. „All dies zeigt die grundsätzlich arbeitnehmerfeindliche Position dieser Partei. Dagegen wollen wir auf die Straße gehen.“, so Dressel.

Ebenfalls befasste sich der Vorstand mit dem Kampf gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse im In- und Ausland. Dr. Alassame Dia von der Universität Nouakchott in Mauretanien und Ali Sall vom deutsch-mauretanischen Hilfsprojekt in Erfurt berichteten in diesem Zusammenhang vom Fortbestehen der Sklaverei in Mauretanien. Formell ist dort die Sklaverei zwar seit 1981 abgeschafft und steht seit 2007 unter Strafe, allerdings besteht sie faktisch nach wie vor und wird von der mauretanischen Regierung toleriert. Rund 90 Prozent der bis zu 500.000 Sklaven Mauretanien sind Frauen und Kinder. Die Gewerkschaftsvertreter bekräftigten, auf diese unerträgliche Situation aufmerksam machen zu wollen, um dabei zu helfen, internationalen Druck auf Mauretanien aufzubauen, und um die Menschenrechtsaktivisten im Kampf gegen die Sklaverei zu unterstützen.


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