Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 32/17 - 05.10.2017

Im Landkreis Saalfeld/Rudolstadt droht trotz Vollzeit 13.266 Menschen Armut im Alter

Wenige Tage vor der Bundestagswahl warnt der DGB Saalfeld-Rudolstadt vor steigender Altersarmut. Im Landkreis verdienten Ende vergangenen Jahres 13.266 Beschäftigte (Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2.500 Euro brutto im Monat, das sind 55,3 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ursache für dieses Problem ist das Senken des Rentenniveaus, das im Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken wird. Zählt man die Beschäftigten in Teilzeit und Minijobs noch hinzu, ist die Zahl der Betroffenen deutlich größer, da es für sie deutlich schwieriger ist, ein Einkommen über 2.500 Euro zu erzielen.

„Wir brauchen als Allererstes eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 48 Prozent. Die Rente muss endlich wieder Schritt halten mit der Entwicklung der Löhne“, sagt Bernhard Hecker, Vorsitzender des Kreisverbandes. „In einem weiteren Schritt muss das Rentenniveau wieder angehoben werden – etwa auf 50 Prozent. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen.“

Nach geltendem Recht soll das sinkende Rentenniveau durch private Altersvorsorge ausgeglichen werden. Bernhard Hecker sieht das kritisch: „ Aus den letzten 15 Jahre wissen wir: Riester ist gescheitert. Deshalb brauchen wir einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Das Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, es muss jetzt gehandelt werden. Es ist eine der großen Zukunftsfragen, wie wir die gesetzliche Rente aufstellen. Die DGB-Gewerkschaften haben klare Anforderungen an die Rentenpolitik formuliert und konfrontieren damit die Kandidatinnen und Kandidaten für den Deutschen Bundestag aus dem Wahlkreis 195. Nach der Wahl werden wir die Parteien dann an ihren Aussagen messen.“

 

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