Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 09/15 - 14.01.2015

DGB: Mehr als 16 Prozent der Beschäftigten im Ilm-Kreis profitieren vom Mindestlohn

DGB Kreisverband weist auf DGB Mindestlohn-Hotline hin

Seit 1. Januar 2015 gilt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Laut DGB-Berechnungen mussten bis Ende letzten Jahres im Ilm-Kreis etwa 4.534 Vollzeitbeschäftigte mit weniger als 8,50 Euro Stundenlohn auskommen (Bruttoverdienst bis zu 1500 Euro/Monat*). Das heißt: 16,1 Prozent der insgesamt 28.215 Vollzeitbeschäftigten im Ilm-Kreis profitieren von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns.

Der DGB geht davon aus, dass bei den sozialversicherten Teilzeitbeschäftigten im Ilm-Kreis und insbesondere bei den Minijobs, der Anteil derjenigen, die vom Mindestlohn profitieren, noch deutlich höher liegt. Regionale Angaben sind jedoch wegen mangelnder statistischer Grundlagen nicht möglich. Landesweit werden etwa zwei Drittel der Minijobberinnen und Minijobber vom Mindestlohn profitieren.

Bundesweit arbeiten deutlich mehr Frauen im Niedriglohnbereich als Männer. Dieser Trend zeigt sich im Ilm-Kreis. Während 10,6 Prozent der vollzeitbeschäftigten Männer im Ilm-Kreis brutto weniger als 1.500 Euro monatlich verdienen, sind dies bei den Frauen 27,2 Prozent.

Der Vorsitzende des DGB Kreisverbandes Ilm-Kreis, Peter Hopf ist überzeugt, dass der gesetzliche Mindestlohn zu mehr Gerechtigkeit führen wird. „Auch die Akzeptanz bei den Unternehmen wird zunehmen, wenn sie sicher sein können, dass der Mindestlohn auch von der Konkurrenz bezahlt wird“, sagt Peter Hopf. Wichtig sei allerdings eine wirksame Überwachung. „Einige Arbeitgeber versuchen mit allen Tricks den Mindestlohn zu umgehen. Das ist kein Kavaliersdelikt“, so der DGB-Vertreter. Wer gegen das Mindestlohngesetz verstoße, müsse mit Geldbußen bis zu 500.000 Euro rechnen. Wem der Mindestlohn vorenthalten werde, könne bis zu drei Jahre später Klage einreichen. Peter Hopf weist darauf hin, dass tariflich ausgehandelte Branchen-Mindestlöhne ihre Gültigkeit behalten und nicht mit Hinweis auf den gesetzlichen Mindestlohn gekürzt werden können.

Mehr Informationen zum Mindestlohn unter www.mindestlohn.de

Um Unsicherheiten auszuräumen und Betroffenen eine Anlaufstelle zu bieten, startete am 2. Januar die DGB- Mindestlohn-Hotline unter der Nummer 0391/4088003. Das gewerkschaftsnahe Callcenter „FACTS“ in Magdeburg wird Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr erreichbar sein, samstags von 9 bis 16 Uhr. Anrufer können sich rund um das Mindestlohngesetz informieren. Eine individuelle Rechtsberatung kann über die Hotline allerdings nicht angeboten werden. Bei Bedarf werden Ansprechpartner aus den Gewerkschaften vermittelt. Informationen sind auch in neun weiteren Sprachen erhältlich, Kontakte werden über die Beratungsstellen von „Faire Mobilität“ und Arbeit und Leben“ hergestellt.

 

Der DGB Kreisverband informiert am 12. Januar in der Innenstadt Bürgerinnen und Bürger über den Mindestlohn.

 

 

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