Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 46/14 - 12.01.2015

Mehr als ein Viertel der Erfurter Kinder wächst in Armut auf

DGB-Stadtverbandsvorsitzender Rudolf Krause fordert Aktionsprogramm für arme Familien

„Die Armut von Kindern wird in Deutschland oft beklagt, aber wenn es darum geht, sie zu bekämpfen, dann passiert zu wenig“, so Rudolf Krause, Vorsitzender des DGB Erfurt.

Bei uns in Erfurt lebten im August 6.532 Kinder unter 15 Jahren von Hartz-IV und damit in Armut. Dies sind 25,4 Prozent aller in Erfurt lebenden unter 15jährigen bzw. mehr als ein Viertel der Kinder. Damit ist die Hartz-IV-Armut unter Kindern mehr als doppelt so stark verbreitet wie bei Menschen im Erwerbsalter. Von den erwerbsfähigen Personen sind „nur“ 12,2 % auf Hartz-IV angewiesen.

Das Niveau der Kinderarmut in Erfurt ist erschreckend hoch. Besonders kritisch ist, dass Kin-der meist längerfristig auf Hartz-IV-Niveau leben müssen. Die Armutsforschung zeigt deutlich, dass gerade längere Lebensphasen in Armut bei Kindern deren berufliche und persönliche Chancen im gesamten Leben nachhaltig schädigen. Nach zehn Jahren Hartz IV ist die Armut von Kindern in Erfurt nicht gesunken, sondern an-gestiegen. Die Zahl der Kinder im Hilfebezug ist von 6.087 (Januar 2005) zuerst stark angestiegen auf bis zu 7.920 arme Kinder 2007, um dann langsam wieder abzusinken.

Deshalb fordert der DGB ein Aktionsprogramm gegen Kinder- und Familienarmut. Der Bund sollte die Hälfte seiner Mehreinnahmen infolge der Einführung des Mindestlohns für diesen Zweck aufwenden. Das Aktionsprogramm soll von Erfurter Akteuren, auf Basis eines regionalen Netzwerks von Kommune, Sozialpartnern, Wohlfahrtspflege und Vereinen, umgesetzt werden. Ziel ist, dass kein Kind in einer Familie aufwächst, in der beide Eltern dauerhaft keiner Erwerbstätigkeit nachgehen können oder in Maßnahmenschleifen hängen. Alleinerziehenden muss zumindest eine sozialversicherte Teilzeitarbeit ermöglicht werden.

„Niemand darf gezwungen sein, Hartz IV zum dauerhaften ‚Lebensstil´ zu machen oder gar zu vererben. Die Leistungen nach dem SGB II müssen endlich zu dem werden, was ursprünglich politisch intendiert war: Hilfestellungen aus einer Hand zur Überwindung einer vorüber-gehenden Notlage“, so Rudolf Krause für den DGB Stadtverband Erfurt.

Reichtumsuhr Deutschland

Ein Projekt des DGB Hessen-Thüringen & ver.di Hessen

 

Informationen zur Reichtumsuhr hier 

Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt Pressestelle

Sandro Witt

DGB

Ansprechpartner für die Presse in Thüringen

Sandro Witt
Stellvertr. Bezirksvorsitzender DGB Hessen-Thüringen
Schillerstraße 44
99096 Erfurt
Telefon: 0361 5961-400
Telefax: 0361 5961-444
E-Mail: sandro.witt@dgb.de

Jasmin Romfeld

Jasmin Romfeld

Verantwortlich für die Presse im DGB Hessen-Thüringen:

DGB Hessen-Thüringen
Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Jasmin Romfeld
Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77
60329 Frankfurt/Main

Telefon: 069 273005-52
Telefax: 069 273005-55
E-Mail: jasmin.romfeld@dgb.de

 

Nach oben