Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 07/17 - 24.01.2017

Trotz Arbeit sind im Land Thüringen mehr als 35.000 Menschen auf Hartz IV angewiesen

Im Freistaat sind 35.054 Menschen trotz Arbeit auf Hartz IV angewiesen. Ein erheblicher Teil dieser Aufstockenden arbeitet ausschließlich in geringfügiger Beschäftigung. So sind 10639 Menschen davon Minijobber. Allerdings arbeiten auch 12266 Personen in sozialversicherter Teilzeit und 6238 Personen sogar in Vollzeit. Auch daran zeigt sich, dass die Einkommen in Thüringen immer noch viel zu gering sind.

„Es ist völlig untragbar, dass so viele Thüringerinnen und Thüringen trotz der guten wirtschaftlichen Entwicklung noch immer nicht von ihrer Arbeit leben können“, erklärt die Geschäftsführerin der DGB-Region Thüringen, Renate Licht. „Ein besonderes Problem sind die vielen Minijobs. Denn ein Minijob ist keine Brücke in reguläre Beschäftigung, sondern ein Armutsrisiko.“ Ausschließlich geringfügige Beschäftigungen und kleine Teilzeitjobs, die nicht zum Leben reichen, beträfen vor allem Frauen, die Kinder haben oder Angehörige pflegen. Minijobs würden zur Sachgasse, weil sie keine Perspektive auf Qualifizierung und Aufstieg im Beruf bieten. Bei Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten, würden Minijobber gegenüber anderen Beschäftigten benachteiligt. Hinzu komme, dass keine oder nur eingeschränkte Ansprüche an die Renten- und Arbeitslosenversicherung erworben werden und dies oft über viele Jahre.

„Ich fordere die Thüringer Jobcenter auf, sich mehr für Beschäftigte, die mit Hartz IV aufstocken müssen, zu engagieren“, so Renate Licht. „Wer beruflich gerade nicht weiterkommt, braucht mehr Unterstützung statt Druck und Sanktionen.“ Damit meine sie vor allem, dass Aufstockende sinnvolle und für sie passende Angebote zur beruflichen Qualifizierung erhalten müssten. „Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass viele Menschen in Minijobs und kurzer Teilzeit gerne mehr arbeiten würden.“ Ziel des DGB sei es, die Minijobs in sozialversicherte Arbeit umzuwandeln. Deswegen habe er in seinem Reformkonzept Minijobs Vorschläge vorgelegt, wie jede Arbeit ab der ersten Stunde sozialversicherungspflichtig werden kann.

Zwar ist bundesweit die Zahl der Aufstockenden in den letzten zwölf Monaten geringfügig um rund 50.000 gesunken, ist aber mit fast 1,2 Millionen Betroffenen immer noch sehr hoch.“ Der Mindestlohn wirkt. Das allein reicht aber nicht. Auch unsere Jobcenter sind in der Pflicht, sich mehr um die Aufstockenden zu kümmern. Arbeit muss vor Armut schützen und da gibt es noch einiges zu tun“, so Renate Licht.

 

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Dezember 2016, Stichtag Mai 2016

 

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